Happy End für Murphy

Viele Hunde wurden in den letzten Monaten und Jahren von den Hundefängern der Stadt Bârlad eingefangen und ins Public Shelter gebracht. Oft geschieht dies nicht gerade sanft und auch das, was sie hinter den Toren erwartet, ist keine rosige Zukunft. Auch Zorro gehörte zu den armen Seelen, die dort ihre Zeit absaßen, doch hatte er das große Glück, nach einer Weile zu uns ins Little Souls Home ziehen zu dürfen. Trotz allem hat er sich seine Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit bewahrt und war froh über jede Streicheleinheit, die er von unseren Pflegern ergattern konnte. Bei so viel positiver Energie hofften wir, dass er schnell entdeckt wird und ein tolles Zuhause bekommt.

Ein treuer Begleiter auf vier Pfoten, ein felliger Freund fürs Leben, das hatten sie sich schon immer gewünscht. Zwar hätte es für den Mann des Hauses auch zu einem späteren Zeitpunkt sein dürfen, aber nun ja, man kennt es.
Aber ein Hund aus dem Tierschutz soll es sein, so viel war klar. Also wurde sich bei verschiedenen Vereinen umgesehen, auch bei uns und da im Bekanntenkreis schon gute Erfahrungen gemacht wurden, war somit zumindest der Verein der Wahl schonmal gefunden. Nun wurde die Homepage rauf und runter durchforstet und nicht selten verlor man das Herz an mehrere Hunde. Durch die Hilfe von Christina wurde aber schließlich doch noch der Eine gefunden, bevor keine Herzen mehr übrig bleiben, was aus medizinischer Sicht wahrscheinlich nicht gut wäre. Die Wahl fiel natürlich auf Zorro.

Jetzt ging alles ganz schnell und die Vorfreude war riesig. Als Pflegi mit Option kam er total erschöpft und mit ordentlich „Eau de Shelter“ in Deutschland an. Für Frauchen war relativ schnell klar: „diesen Hunde gebe ich nicht mehr her.“ Da sich Zorro aber mit Männern etwas schwerer tut, was auch heute noch der Fall ist, dauerte es ein wenig, bis auch Herrchen überzeugt war, doch auf Dauer kann niemand seinem Charme widerstehen und so hatte er sein neues Zuhause gefunden. Man hatte sich darauf eingestellt, dass bei einem Rumänen alles passieren kann und um Murphy’s Gesetz zu zitieren: „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen“ und somit schien Murphy ein perfekter Name.

Generell war die Anfangszeit sehr spannend, gab es doch für beide Seiten viel zu lernen und gemeinsam zu erleben.
Mittlerweile hat Murphy aber viel dazu gelernt. Die Grundkommandos beherrscht er aus dem Effeff und auch seinen ersten Urlaub hat er perfekt gemeistert. Jeden Tag zusammen mit seinen Menschen durch den Schwarzwald wandern – das war vielleicht toll!
Natürlich gibt es aber immer noch Sachen, an denen gearbeitet werden muss. Sowohl manche Zwei- als auch Vierbeiner werden an der Leine angebellt, wenn sie ihm suspekt sind. Wenn es allerdings mit Letzteren zum Spielen geht, ist wieder jeder willkommen… man merkt, Ernsthaftigkeit ist nicht sein Ding.

Zu seinen Hobbies zählen toben, spielen, schnüffeln, schmusen, seine Menschen zum lachen bringen und kauen. Letzteres hat dazu geführt, dass er Herrchens Gitarrenkabel mehrfach gekürzt hat… wahrscheinlich hat die Musik an dem Tag einfach nicht seinen Geschmack getroffen, da muss man auch mal zu drastischen Maßnahmen greifen. Aber das war auch das Einzige, was zu Bruch ging.
Mopi, Popsi, Murphelstan, Äffchen, Lord Murphington oder Murphystothelis? An Spitznamen mangelt es dem Strolch genauso wenig, wie an Herzlichkeit. Auch die Familien seiner Menschen haben ihren „Enkelhund“ ins Herz geschlossen und somit hat er bald einen eigenen Fanclub zusammen.

Das Leben hat sich mit (und natürlich auch für) Murphy absolut zum Positiven geändert. Es ist so viel mehr Leben, Liebe und Spaß in den vier Wänden und er gibt sich alle Mühe, dass es auch so bleibt. Danke, dass ihr sein Leben perfekt macht!